Steel Bar: Diese Bar stahl mein Herz

Du bist schon lange auf der Suche nach einer Stammkneipe in der Maxvorstadt? Mein Tipp: Die Steel Bar in der Nordendstraße. Lässige Leute, starke Drinks und unangestrengtes Ambiente – und ich schwöre, diese Bar ist besser als mein Wortspiel.

Nach einem Blick ins Innere ist mir klar, warum die Steel Bar, Steel Bar heißt. Stahl an den Wänden. Aha. Dazu eine Bar aus Beton und rustikalen Holzplanken – klingt ungemütlich? Ist es nicht. Warmes, rotes Licht taucht die ganze Bar in angenehm schummriges Licht. Sonst alles sehr clean, schnörkellos, entspannt schlicht. Soviel zum Interieur, weiter zu den wichtigen Dingen: Die Drinks.

Herz aus Stahl: Passend zum Namen sind die Wände der Steel Bar mit Metall verkleidet.

Herz aus Stahl: Passend zum Namen sind die Wände der Steel Bar mit Metall verkleidet.

Die Drinks in der Steel Bar sind stark und gut. Wer Gin liebt ist hier an der richtigen Adresse – übertriebene 28 verschiedene Sorten hat der durchaus ansehnliche Barkeeper im Repertoire. Doof: Ich mag keinen Gin. Meine Weinschorle bekomme ich aber trotzdem. Nichts zu mäkeln, alles tutti. Die Halbe Bier im geeisten Krug für 3,10 Euro ist fast ein Schnäppchen.

Ein kleines Manko

Einziger kleiner Schwachpunkt der Bar: Das Essen. Da gibt es von Mozarellasticks, Hühnchenbrust bis Pommes Frites alles aus der Friteuse. Für den Nachtschwärmer zu späterer Stunde zwar ein Gaumenschmaus, sonst eher heftig fettig und eintönig. Aber sind wir mal ehrlich: Wer geht schon in eine Bar um wie ein Gourmet zu speisen. Mein Tipp: Vorher essen gehen, zum Beispiel im Le Florida – das liegt direkt ums Eck. Allerdings gibt es eine große Ausnahme: Dienstags gibt es in der Steel Bar häufig ein Menu a´la Carte. Tommi´s Tuesday nennt sich der Spaß und ist wirklich zu empfehlen. Hier heißt es früh reservieren, sonst sind alle Plätze weg.

Tommi´s Tuesday in der Steel Bar.

Wenn man Glück hat, ergattert man einen der begehrten Plätze bei Tommi´s Tuesday.

Besonderes Highlight: Auf den Toiletten durfte sich Künstler Nikolaus Keller austoben. So findet man eine Menge Gold, Kitsch und den Pudels Kern bei den Damen. Das Herrenklo verstrahlt dagegen eher herben Charme. Auch im Gang davor jede Menge Geschmacklosigkeiten. Kleine Äffchen recken unvermutete Körperteile als Gaderobenhaken gen Himmel, weise Sprüche geleiten Richtung Bar. „Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her“, ist da zu lesen.

Mein Lichtlein dieser Tage ist definitiv die Steelbar – endlich ein Licht am Ende des Tunnels der ewig gleichen Studentenbars der Barerstraße und Umgebung. Und gut, das liegt nicht zuletzt an den 8cl Alkohol im Drink (üblich sind 4cl!). Mein Resümee: Schön schummrig, das Publikum stylisch und nicht zu jung, also schwingt die Hufe hin Party People.

UPDATE: Leider gibt es meine geliebte Steelbar inzwischen nicht mehr. Ich trage Trauer.

Steel Bar
Nordendstraße 10
80779 München

Öffnungszeiten
Mo – Do: 19:00 – 01:00
Fr – Sa: 19:00 – 03:00

Tel. 089/30904960
Reservierungen unter: servus@steel-bar.com

http://www.steel-bar.de/

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